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THOMAS SCHÖNAUER
SIEBAI | GROSSE KUNST IM "GOGÄRTCHEN"
IN KAMPEN AUF SYLT
 

Thomas Schoenauer

Thomas Schönauer
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Schönauer-Skulptur
Kampen: Zurück zu den Ursprüngen

13. November 2010 | 06:50 Uhr | Von M. Stralau | Sylter Rundschau

Brasilien, Italien, die Schweiz, dazu zahlreiche Städte in seiner Heimat Nordrhein-Westfalen: keine Frage, die Werke des Düsseldorfers Thomas Schönauer sind schon gut herumgekommen in der Welt. Der 57-Jährige ist einer der bekanntesten deutschen Bildhauer, seine Skulpturen bei Kunstliebhabern aus dem ganzen Land beliebt.

Genau ein solches Liebhaberstück, eine fünf Meter hohe und 1,3 Tonnen schwere, sandgelbe Edelstahlkonstruktion steht seit Donnerstag auf der Villa Hügel, einer Rasenfläche auf dem zum Gogärtchen in Kampen gehörenden Grundstück. Dessen Besitzer, Rolf Seiche, musste nicht lange überlegen, als die Anfrage von Stefan Bouillon kam, der im Westerländer Rathaus das Café "Royal auf Sylt" gepachtet hat und dort - auf dem Vorplatz - bereits seit längerem einen Park mit drei bis fünf Skulpturen Schönauers plant.

"Es ist an der Zeit", sagt Seiche, "dass man sich in Kampen mal wieder auf dessen Ursprünge als Künstlerdorf besinnt, schließlich geht es hier nicht nur um gutes Essen, Trinken und Schmuck." Mit der Skulptur, die zunächst auf unbestimmte Zeit am Gogärtchen stehen soll und die ein Sponsor auf die Insel holte, der namentlich nicht erwähnt werden will, möchte Seiche seinen Teil dazu beitragen, das Künstlerdorf "in der Tradition von Avenarius und Ahlborn" neu zu beleben.

Kampen als Konkurrenz für Westerland? Dort hat der Kulturausschuss der Gemeinde Sylt den Rathausvorplatz-Plänen Bouillons zwar bereits im Frühjahr zugestimmt, allerdings unter der Auflage, dass das bis zu 150 000 Euro teure Projekt die Gemeinde nichts kostet. An dieser Beschlusslage hat sich nach Auskunft des Ausschussvorsitzenden Peter Schnittgard bis heute nichts geändert, was fehlt, sind die Sponsoren. Dass in Kampen jetzt bereits eine Schönauer-Skulptur steht, habe ihn "überrascht", so Schnittgard. "Aber das haben wir ja nicht zu entscheiden."

Bouillon hofft, dass das, was in Kampen möglich ist, nun bald auch in der Inselmitte umgesetzt werden kann. "Es ist ein großer Erfolg, dass wir mit Rolf Seiche und der Galeristin Jutta Hühn schon mal eine Großskulptur von Schönauer nach Sylt holen konnten. Vielleicht ist das ja auch ein erster Baustein auf dem Weg zum Westerländer Skulpturenpark."

Der Künstler bezeichnet das Gogärtchen als "schöne Adresse" für sein Werk. "Einige meiner Sammler sind in Kampen zu Hause oder machen hier Urlaub." Außerdem passe das Sand-Honig-Gelb der Skulptur gut zum Sylter Strandgefühl und die Struktur aus mehreren Schichten bestens zum "Patchwork-Charakter der Insel". Ursprünglich sollte die 2006 erschaffene Skulptur Schönauers in Dubai stehen, "dann kam der Finanzcrash" , erzählt er. Nun trägt sie den Namen "Siebai" - in Anlehnung an das "Du" von Dubai, und steht auf Sylt. Vielleicht folgen ja ein paar "Ich"-, "Er"- oder "Esbais".



Kurz vor der kompletten Enthüllung: Bildhauer Thomas Schönauer (auf der Leiter) auf Augenhöhe mit seiner Skulptur. Assistiert von Stefan Bouillon (links), Galeristin Jutta Hühn und Gogärtchen-Chef Rolf Seiche (rechts)


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Mit Wucht und Leichtigkeit
13.10.10

Kampen. Das Gelb erinnert an Wüstensand und doch wird diese tänzerische, in sich gekehrte Skulptur nicht etwa in Dubai ihren Platz finden, wie ursprünglich geplant, sondern im Kaffee- und Weingarten von Rolf Seiches Gogärtchen. Die Siebai betitelte Arbeit (ein Wortspiel zu Dubai) besteht aus lackiertem Edelstahl und vereint jene Polarität, um die viele Werke des Düsseldorfer Künstlers Thomas Schönauer kreisen: Schwere und Leichtigkeit.
Diese Gegensätze prägen auch die Skulpturen, die durch Vermittlung von Stefan Bouillon (Royal auf Sylt) und Galeristin Jutta Hühn vor dem Rathaus ihren Platz finden sollen. Die Gemeindevertreter hatten dem Vorhaben vor einem Jahr zugestimmt – allerdings nur unter der Voraussetzung, dass sich Sponsoren finden. Diese werden weiterhin gesucht, doch nun macht Rolf Seiche in Kampen den Anfang und holt die wohl erste Skulptur von internationalem Rang auf die Insel. Noch steht sie im Krefelder Mies-van-der-Rohe-Park der Villa Heusgen.
Sie soll noch im Oktober, spätestens im November, aufgebaut werden. Dabei ist der Bildhauer derzeit in aufwändige andere Großprojekte eingebunden. Mit dem Architekturbüro von Albert Speer & Partner hat er einen Wettbewerbsbeitrag für Doha, die Hauptstadt von Katar, erarbeitet. Außerdem errichtet er am 20. Oktober am Vierwaldstätter See eine Stahl-Skulptur in den Farben Schokobraun und Metallicblau, die der Künstler als vertikalen Horizontenteiler versteht.
So beweglich die Stahlskulpturen Thomas Schönauers wirken, so dynamisch pulsiert es, wenn der Künstler sich der Malerei zuwendet. So entstanden zum Beispiel seine CT-Paintings nach Bildern einer Computertomographie. „Ich habe mit einer CT der Wirbelsäule eine vertikale Reise durch meinen Körper erlebt.“ Danach entstanden farbstarke Bilder, die die Gefäße des menschlichen Körpers in immer neuen Variationen beschwören. Die pastös aufgetragene Farbe verleiht den Bildern etwas Reliefartiges und Sinnliches. Jedes Motiv wirkt wie ein höchst lebendiger Versuch, den Geheimnissen des Lebens auf die Spur zu kommen.
Den CT-paintings verwandt scheinen die Vulcanopaintings, auch wenn sie nicht aus Forscherdrang, sondern aus Wut entstanden. Als im April der isländische Vulkanausbruch Tausende von Flugreisen vereitelte, musste auch Thomas Schönauer die Teilnahme an einem wichtigen Wettbewerb canceln. Aus Wut darüber begann er zu malen und so entstanden eine Reihe höchst lebendig wirkende Arbeiten, in denen die Farbe wie erstarrte Glut leuchtet. Auch in seinen Atompops – Skulpturen voller schwerelos wirkender Kugelverbindungen – scheint der Künstler mit den Bausteinen der Natur zu spielen und ihnen immer neue Denkmäler zu errichte. Alles in allem sind Thomas Schönauers Arbeiten eine einzige Hommage an das Leben.

Text: Christiane Retzlaff | Autor/-in: Christiane Retzlaff

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